Europa erleben: Erasmus+-Austausch mit unserer Partnerschule in Mailand
Europa nicht nur im Unterricht behandeln, sondern gemeinsam erleben: Genau das konnten zwölf Schülerinnen und Schüler der Q1 unserer Schule gemeinsam mit Herrn Oliverio und Herrn Weinsheimer im Rahmen unseres Erasmus+-Projekts in Mailand erfahren. Vom 20. bis 24. April stand die Begegnung mit unserer Partnerschule Liceo Gaetana Agnesi ganz im Zeichen des kulturellen Erbes der Metropolregionen Mailand und Ruhrgebiet.
Bereits im Vorfeld hatten sich die deutschen und italienischen Jugendlichen über die europäische Plattform eTwinning kennengelernt und erste Kontakte geknüpft. So fiel der Start in die gemeinsame Projektarbeit vor Ort umso leichter.
Gemeinsam arbeiten – gemeinsam Europa entdecken
Im Mittelpunkt der Mobilität stand die Frage, wie kulturelles Erbe das Leben in großen europäischen Städten prägt. In deutsch-italienischen Teams arbeiteten die Schülerinnen und Schüler an verschiedenen Themenbereichen und erstellten gemeinsam ein digitales eBook zum Kulturerbe Mailands und der Ruhrregion.
Verglichen wurden dabei unter anderem UNESCO-Welterbestätten wie die Mailänder Kirche Santa Maria delle Grazie mit Leonardo da Vincis „Abendmahl“ und die Zeche Zollverein in Essen als Symbol des industriellen Wandels im Ruhrgebiet. Auch religiöse Architektur, Industriekultur, Alltagsleben und kulturelle Großereignisse standen im Fokus: vom Mailänder Dom über die Industriekulturroute des Ruhrgebiets bis hin zur Aperitivo-Kultur, Fußballtraditionen oder Veranstaltungen wie der Ruhrtriennale und dem berühmten „Salone del Mobile“.

Besonders spannend war dabei die enge Zusammenarbeit in internationalen Teams: Immer zwei deutsche und zwei italienische Schülerinnen und Schüler arbeiteten gemeinsam an einem Thema — auf Deutsch, Italienisch und Englisch. So wurden nicht nur fachliche Inhalte vermittelt, sondern auch Sprachkenntnisse, Teamarbeit und interkulturelle Kompetenzen gestärkt.
Kultur hautnah erleben
Nach den Arbeitsphasen am Vormittag wurde das kulturelle Erbe Mailands direkt vor Ort erkundet — häufig gemeinsam mit den italienischen Gastgeberinnen und Gastgebern. Zufälligerweise fiel unser Aufenthalt genau in die Zeit der internationalen Designmesse „Salone del Mobile“, die die gesamte Stadt prägte. Zahlreiche Designinstallationen und Ausstellungen verwandelten Mailand in eine kreative Erlebniswelt.

Ein besonderes Highlight war die Besichtigung eines ehemaligen Industriearsenals, das heute als moderner Kulturort genutzt wird. Dort erhielten die Schülerinnen und Schüler spannende Einblicke in die Verbindung von Industriekultur, Design und Stadtentwicklung.
Auch die Geschichte der Renaissance wurde lebendig: Bei einer Stadtführung erklärten und übersetzten die italienischen Schülerinnen und Schüler für ihre deutschen Partnerinnen und Partner die historischen Hintergründe der Stadt — ein gelungener Perspektivwechsel, der den europäischen Austauschgedanken besonders greifbar machte.
Für Begeisterung sorgte außerdem ein gemeinsamer Workshop mit einer ausgebildeten Opernsängerin, bei dem Atemtechniken und gemeinsames Singen ausprobiert wurden.
Europa verbindet
Den Abschluss bildete ein gemeinsamer Aperitivo am Arco della Pace — sicherlich einer der schönsten Momente der Woche. Hier zeigte sich noch einmal, worum es bei Erasmus+ eigentlich geht: Begegnungen schaffen, neue Perspektiven kennenlernen und Europa durch persönliche Erfahrungen erlebbar machen.
Das Erasmus+-Programm der Europäischen Union ermöglicht Schülerinnen und Schülern solche internationalen Lernerfahrungen und fördert interkulturellen Austausch, Mehrsprachigkeit und europäische Zusammenarbeit. Für unsere Schülerinnen und Schüler war die Woche in Mailand deshalb weit mehr als eine Klassenfahrt: Sie war gelebtes Europa. Und wir freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen – in Dortmund oder Mailand.
